I got the world in motion

Papenburg Emsland


Tour Termine

 
Freitag, 03.02.06

Abfahrt von der MSO Bad Hersfeld nach Papenburg und erste Probe in Papenburg.

 
Samstag 04.02.06

Ab nach Holland zur Festung Bourtange, danach Rückfahrt nach Papenburg und Stadttour durch Papenburg, anschließend Besichtigung der Meyer – Werft und zum Ende des Tages noch eine Boßel - Tour.

 
Sonntag, 05.02.06

2 Konzerte in Papenburg, so wie After Show Party.

 
Montag, 06.02.06

Rückfahrt nach Bad Hersfeld.

 


 

Die Festung Bourtange in Holland


Nahe der deutschen Grenze liegt in der herrlichen Groninger Landschaft eine einzigartige Sehenswürdigkeit: Die Festung Bourtange

Die Geschichte dieser Festung reicht bis ins Jahr 1580. Prinz Wilhelm von Oranien gab den Auftrag zum Bau dieses Fünfecks nahe der deutschen Grenze. Hier war der Verbindungsweg zwischen Groningen und Meppen bzw. Westfalen.
Der Prinz hoffte, mit der Blockade dieser wichtigen Route die von Spanien besetzte Stadt Groningen zu isolieren. Die Spanier jedoch leisteten erbitterten Widerstand. Also wurde die Festung laufend verstärkt und im Jahr 1593 vollendet.

Ein Besuch in Bourtange vermittelt einen lebendigen Eindruck vergangener Zeiten. In diesem wunderschönen Dorf wird viel geboten: Besuchen Sie Ausstellungen oder das Museum, unternehmen Sie einen Spaziergang auf dem Wall oder eine Kanufahrt im Kanal, und Sie fühlen sich ins 18. Jahrhundert zurückversetzt. Viele, viele Gebäude wie z.B. die Kapitänswohnung oder die Mühlenbastion. Wie die protestantische Kirche aus dem Jahre 1607 oder die Exerzierübungen bei besonderen Anlässen vermitteln den Eindruck als befänden Sie sich mitten im Mittelalter.

Im Jahre 1964 entschloß sich die Gemeinde Vlagtwedde (NL) die Festung zu restaurieren und zu rekonstruieren. Ausgangspunkt war dabei das Jahr 1742, in dem die Festung ihren größten Umfang hatte.



Der ostfriesische Nationalsport: Das Boßeln

 

Vor Spielbeginn

Das eigentliche Ereignis wird schon einige Wochen im Voraus geplant und ein genauer Termin festgelegt. Hierzu tragen sich interessierte Boßelliebhaber und Anfänger in eine Liste ein. In der Regel ist ein Unkostenbeitrag für das nach dem Wettbewerb vorgesehene opulente Ostfriesenmahl im Voraus zu entrichten. Die Boßelstrecke und ein attraktives Boßellokal müssen ebenfalls im Voraus festgelegt werden.

Wo, Wetter und Jahreszeit

Das Boßelspiel wird hauptsächlich an der friesischen Westküste und hier besonders im Freistaat Ostfriesland betrieben. Es ist selbstverständlich, dass man sich hierfür in Ostfriesland eine schöne und landschaftlich reizvolle Strecke aussucht, die nicht zu stark von Autos und anderen Fahrzeugen benutzt wird. Ostfriesische Autofahrer wissen aber um die Leidenschaft ihrer Landsleute und stoppen sogar bei einem besonders aufregendem Wurf und lassen sich durchaus auf ein Schwätzchen ein, bei dem ihnen eines der ostfriesischen Nationalgetränke gereicht wird. Wer erzählt, dass die Ostfriesen auch auf den Autobahnen boßeln, kann in seiner Ahnentafel sicher den allen bekannten Lügenbaron aufweisen. Geboßelt wird zu jeder Jahreszeit. Traditionell, so hat man gesagt, ist es beim Boßeln kalt und naß. Das kann durchaus stimmen, aber es kommt auch in Ostfriesland vor, dass bei Temperaturen knapp über oder unter dem Nullpunkt sehr wohl die Sonne scheint und die Boßelmannschaften im Licht der untergehenden Sonne in der Weite der ostfriesischen Landschaft wie Wesen von einem anderen Stern aussehen.

Die Mannschaften

Zu Beginn des Spieles werden zwei Mannschaften gebildet. Es gibt keine Trennung der Teilnehmer nach Geschlecht oder Alter. Es wird jedoch auf eine gleichmäßige Verteilung in der Spielstärke der gegnerischen Mannschaften geachtet. Die Größe der Mannschaft ist abhängig von der Zahl der Teilnehmer. Sie sollte mindestens aus 5 Teilnehmern bestehen. Eine Höchstzahl von 15 Spielern sollte nicht überschritten werden.

Das Equipment

Zwei Boßelkugeln: Holzkugeln mit einem Durchmesser von 57 bis 59 mm und einem Gewicht von 495 bis 505 Gramm, die durch Rollen mittels Muskelkraft möglichst weit befördert werden.

Der Bollerwagen ist ein vierrädriger, mit einer Deichsel ausgestatteter Holzkarren, der ebenfalls durch Muskelkraft bewegt wird. Er dient der Beförderung von Zielwasser, heissem Punsch, ausgewähltem Ostfriesentee, Kaffee und selbstgebackenen Spezialitäten, die in Ostfriesland noch von den weiblichen Mannschaftsmitgliedern zu Hause gebacken werden. Ferner wird mit diesem Wagen schwereres Handgepäck sowie eine Ersatzkugel und weiteres Boßelequipment befördert. Die einzelnen Mannschaftsmitglieder wechseln sich beim Ziehen dieses Karrens ab. Dabei erhalten selbstverständlich die männlichen Mannschaftsmitglieder den Vortritt.

Das Boßelkugelfischgerät: Da die mittels Muskelkraft bewegte Kugel auf einer hierfür ausgewählten Landstraße, die sehr wohl kurvenreich sein kann, durchaus über hundert Meter weit rollen kann, passiert es des öfteren, dass die Boßelkugel in einem angrenzenden Gestrüpp oder Wassergraben verschwindet. Im Rahmen der für diesen Fall erforderlichen Kugel-aus-dem-Graben-fisch-Aktion ist das oben genannte Boßelkugelfischgerät eine unabdingbare Vorraussetzung. Es kann die unterschiedlichsten Gestalten haben. Bei manchen Mannschaften sieht es aus wie ein Apfelpflücker oder hat Ähnlichkeit mit einem Fischkescher. Weniger professionelle Boßelspieler benutzen für die Suche nach einer verlorenen Kugel auch Besen und lange Stöcke.

Spielregeln

Das Spielfeld ist eine Strecke ( Straße oder Nebenweg ), deren Länge vorher ausgemacht wird. Sie beträgt in der Regel ca. 14 - 20 km. Die Spielzeit ist abhängig vom Wetter ( Wind, Sonne, Regen, Frost ) und beträgt zwischen 2,5 und 4 Stunden.

Die Spieler beider Mannschaften boßeln jeweils abwechselnd in einer vorher festgelegten Reihenfolge. Damit die einzelnen Spieler die ihnen zugeordnete Nummer nicht vergessen, ist sie auf dem Zielwasser-zu-sich-nehm-Glässchen eingeritzt, das jeder vor dem Spiel erhält. Per Losentscheid wird festgelegt, welche Mannschaft beginnen darf. Anschließend wirft immer die Mannschaft, deren Kugel hinten liegt. Geboßelt wird von der Stelle, wo die Kugel der eigenen Mannschaft vorher die Rollbahn, sprich Straße oder Weg, verlassen hat. Nur selten kommt es vor, dass die Kugel auf der Straße liegen bleibt. Jeder Spieler muss die Kugel des Gegners einholen. Schafft eine Manschafft dieses zweimal nicht, so erhält die generische Mannschafft einen Punkt, den man auch Schött nennt. Gewonnen hat die Mannschaft, die mit Erreichen des Streckenendes die meisten "Schötts" aufweisen kann.

Das Punktrecht ist vergleichbar mit den Regeln beim Tennis- oder Tischtennisdoppel , wo nur die Mannschaft punkten kann, die Aufschlag bzw. Angabe hat. Schafft die eigene Mannschaft es nicht, die gegnerische Kugel einzuholen, erhält der Gegner das Punktrecht. Dieses kann man sich zurückholen, indem man die Kugel soweit rollt, dass die gegnerische Mannschaft es nicht schafft, sie einzuholen. Damit wechselt das Punktrecht jedoch nicht auf die eigene Mannschaft, sondern in diesem Augenblick hat es keine der beiden Mannschaften. Man sagt: Beide Mannschaften sind "gleich auf". Ebenfalls "gleich auf" sind die beiden Mannschaften am Anfang des Spieles.

Bei der Punkteverteilung erhält die Mannschaft einen Schött, die Punktrecht hat und der Gegner ihre Kugel nicht mit einem Wurf einholen kann. Nach einem vergebenen Punkt hat keine der Mannschaften das Punktrecht, d.h. beide Mannschaften sind wieder "gleich auf".

Während des Spiels

Die Spielerinnen und Spieler nehmen je nach Bedarf und Trinkfestigkeit unterschiedliche Mengen Zielwasser zu sich und legen besonders bei starkem Gegenwind kurze Pausen ein. Dabei laben sie sich an den im Bollerwagen mitgeführten Erfrischungen und diskutieren mögliche Änderungen im Hinblick auf die Taktik, die zum Sieg führen könnte.

Nach dem Spiel

Zünftiges Essen und Trinken in einem typisch ostfriesischen Boßellokal. Bevorzugt werden Kohl, Pinkel und eine deftige Schlachteplatte gereicht. Da die Mannschaften während des Wettkampfes bereits kräftig Zielwasser zu sich genommen haben, ist man zunächst mit dem Trinken etwas zurückhaltend. Ein kräftiges Jever-Pils ist aber unbedingt erforderlich, um die gut bestückte Schlachteplatte genußvoll zu verzehren. Zu fortgeschrittener Stunde werden dann auch die ostfriesischen Getränkespezialitäten, z.B. Ostfriesengeist genossen. In gelockerter Stimmung werden dann die Blessuren des Wettkampfes aufgearbeitet, die Verlierer getröstet und die Sieger mit einer Urkunde oder einem Pokal geehrt.